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Chronik

Die Herzsportgruppe, zehnte Abteilung der Sportgemeinschaft Aulendorf besteht seit dem 1.Januar 1980. Gegründet durch die Initiative des Chefarztes der Kardiologischen Abteilung der Schussentalklinik Aulendorf Dr. H.H. Borchers. Zunächst Coronare Sportgruppe in der Schussentalklinik benannt, betreut von den Übungsleitern der Versehrtensportgruppe der Sportgemeinschaft Aulendorf. Andernorts bestehende Coronare Sportgruppen waren zumeist den örtlichen Sportvereinen angeschlossen. Sich der Sportgemeinschaft Aulendorf anzugliedern war auch der Wunsch dieser neugegründeten Coronargruppe. Den Teilnehmern die Erfahrung und Erfolge der Herzinfarkt-Rehabilitation aus den Akutbehandlungsphasen im Krankenhaus und der Anschlußheilverfahren der Nachsorgekliniken zu vermitteln war die Zielsetzung. Da Herzerkrankungen nicht gradlinig verlaufen, erlangte dieses Angebot seine ganz besondere Bedeutung. Vor allem kommt es darauf an, mit dieser Situation im Alltag fertig zu werden. Sporttherapie ist eine bewegungstherapeutische Maßnahme, die mit geeigneten Mitteln des Sports gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen kompensiert, Sekundarschäden vorbeugt und gesundheitlich orientiertes Verhalten fördert.

Die Initiative von Dr. Borchers erfuhr eine uneingeschränkte spontane Zustimmung und Förderung seitens der Geschäftsleitung der Schussentalklinik, insbesondere durch den damaligen Geschäftsführer Bürgermeister Heinz Lang. Diese Zustimmung sicherte der Herzsportgruppe ihren heutigen Status, ermöglichte einen kontinuierlichen Auf- und Ausbau und schuf eine wichtige Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Krankenkassen. Vor allem aber war damit das wichtigste Gebot, dass zu jeder Sportstunde ein Arzt anwesend war, dass ein Gymnastikraum zur Verfügung stand erfüllt. Durch diese ausgezeichnete Kooperationsbereitschaft seitens der Klinik, die Zusage der Übungsleiter der Versehrtensportabteilung der SGA ermöglichte es, dass alle Herzerkrankten ein vorteilhaftes Gesundungskonzept angeboten werden konnte. Zusätzlich stand den Mitgliedern der Coronargruppe von Beginn an das Schwimmbad der Klinik für eine gesundheitlich orientierte Wassergymnastik zur Verfügung. Unwissen und Angst vor Sport und Spiel und Bewegung im Wasser konnte abgebaut werden, ja genommen werden. Das gesteckte Ziel von Dr. Borchers, der 1989 leider allzu früh verstarb, die Teilnehmer einem gesundheitsbewußten Lebensstil zuzuführen, eine verbesserte Ausgangsposition zur Bewältigung der Lebensbedingungen und Lebensqualität anzubieten war man sehr rasch und wirkungsvoll nahe gekommen. Längst belegen zahlreiche Studien, dass sich ein stetes Herzkreislauftraining positiv auswirkt. An der Effektivität einer regelmässigen Sport und Bewegungstherapie in Herzsportgruppen besteht kein Zweifel. Dies bestätigen zahlreiche Untersuchungen. In Abhängigkeit von Trainingshäufigkeit, Umfang und Intensität können innerhalb eines Jahres entscheidende Verbesserungen der Herz-Kreislauf-Funktionen erreicht werden.

Die Gründung der Aulendorfer Herzgruppe fußt auf einem weiteren Glücksfall. Dr. Borchers fand in den Übungsleitern der Versehrtensportabteilung Hans Frick und Anton Pfeiffer zwei engagierte Mitarbeiter, die sich nachhaltig für die Herzgruppe einsetzten. Dank deren Kenntnisse, Ausbildung und Überzeugungskraft gelang es, alle anstehenden organisatorischen Fragen und Hindernisse abzubauen, den Übungslauf von der ersten Stunde an erfolgreich zu gestalten. Die sich aus der Verpflichtung, dass stets ein Arzt und ein geprüfter Übungsleiter anwesend sein muß ergebende zwangsläufigen Kosten mussten zunächst von den Teilnehmern gänzlich getragen werden. Sie betrugen je Teilnehmer und Sportabend sieben Mark. Recht bald schon erkannten Krankenkassen, dass in den Herzsportgruppen eine wesentlich verbesserte körperliche Leistungsfähigkeit erreicht werden konnte und honorierten dies mit einer Zuzahlung, mit der dann eine Reduzierung der Sportabendkosten erfolgen konnte. Sie umfasst heute den jährlichen Mitgliedsbeitrag den die SGA von ihren Mitgliedern erhebt. Mit verankert in diesem Beitrag ist der von den Krankenkassen wie auch von den Behindertensportverbänden eingeforderte Versicherungsschutz eines jeden Teilnehmers.

Es ist mit das Verdienst von Hans Frick und Anton Pfeiffer, dass die Herzsportgruppe als eigenständige Abteilung in die Sportgemeinschaft Aulendorf aufgenommen wurde. Auf deren Antrag entschied im November 1982 der Vereinsausschuß unter Otto Staudenmeir wie vorliegend: "....... die Versehrtensportabteilung unternimmt alle erforderlichen organisatorischen Maßnahmen. Durch diese Eingliederung erwachsen der SGA weder jetzt noch künftig irgendwelche Kosten". Mit dieser Aufnahme wurde zugleich die zwischen dem Deutschen Sportbund und den Krankenkassen bestehenden Vereinbarungen gänzlich erfüllt. In den zwanzig Jahren ihres Bestehens kann die Herzsportgruppe nachweisen, dass sie kontinuierlich gewachsen ist. Selbst als 1992 ein Teil der aus Saulgau kommenden Mitglieder eine eigene Gruppe in Saulgau aufbauen konnten, veränderte dies nur kurzfristig die Teilnehmerzahl in Aulendorf. Die hier erzielten Erfolge der Herzerkrankten, die außergewöhnlich gute Betreuung in der Schussentalklinik fanden und finden allseits Anerkennung. Hier wird die Rehabilitation in ein therapeutisches Programm eingebunden, das heute ohne bewegungstherapeutische Maßnahmen nicht mehr vorstellbar ist. In ganzheitlichen Bewegungsabläufen, wobei aktive und passive Phasen sich fliessend abwechseln und ergänzen, wird eine der wichtigsten Anforderung erreicht: eine angemessene Ausdauerbelastung. erreicht durch eine angemessene Ökumenisierung des Herz-Kreislauf-System. Die hierfür festgelegten Ausführungsbestimmungen gebieten es, dass ein entsprechend ausgebildeter Übungsleiter auf ärztliche Verordnung und unter ärztlicher Aufsicht sich regelmässig mit der Gruppe trifft, um gemeinsam den Erfolgen dieser Herzerkrankungen vorbeugend zu begegnen. Diese dosierte, überwachte körperliche Aktivität dient vorrangig der Lebensqualität, dient der Annahme der Krankheit, erlaubt dem Patienten für seine Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen und leitet nicht zuletzt eine Änderung des Lebensstil mit ein. Feststehend ist, dass all dies in der Gruppe schneller und sicherer gefunden wird. Sie liegt weit über den Möglichkeiten, die der einzelne für sich alleine unternimmt und unternehmen kann. All dies hat in der Schussentalklinik einen hohen Stellenwert erreicht. Sie leistet damit einen beachtenswerten Beitrag zur funktionellen wie auch zur sozialen Minderung der bestehenden Belastungen. Diese Präsenz der Kardiologischen Abteilung ist hierbei für die Herzsportgruppe unschätzbar wertvoll.

In all den Jahren fiel noch nie ein Übungsabend der Herzsportgruppe aus. Nach dem Tode von Dr. Borchers übernahm spontan Dr. R. Oertel die weitere Entwicklung und Förderung. Ihm folgte Dr. H. Schlachter, mit dessen Unterstützung auch in Urlaubszeiten stets die Anwesenheit eines Arztes und eines Übungsleiters gesichert, er vielfach selbst anwesend war. In der Nachfolge von Dr. Borchers übernahm Priv. Doz. Dr. P. Kress die kardiologische Abteilung der Schussentalklinik. Diesem internen homogenen Ablauf verdankt die Herzsportgruppe ihren stets gut gesicherten aktuellen Stand. Den leitenden Ärzten, der Geschäftsleitung gebührt hierfür ein besonderer Dank. Dieser gilt ganz besonders Frau Dr. I. Romer, leitende Ärztin der kardiologischen Abteilung. Innerhalb ihrer Zehnjährigen Kliniktätigkeit hat sie sich stets für die Herzsportgruppe eingesetzt und mit ihrer Bereitschaft und Zuwendung allergrößte Wertschätzung erworben. Die während ihrer fachärztlichen Ausrichtung im kardiologischen Bereich tätigen Ärzte haben hier zusätzlich die Möglichkeit in der Betreuung von Herzsportgruppen fundierte, später andernorts anwendbare Erfahrungen zu sammeln.

Mit ein wesentliches Element zu inhaltlich geschlossenen Behandlung für eine erfolgreiche Zweitpräventation zeigt sich im Können und Ausbildungsstand des Übungsleiters Hans Frick - der 1983 auf der Fahrt zu einer Veranstaltung für Herzgruppen tödlich verunglückte - war Stütze und Eckpfeiler der sich aufbauenden Herzsportgruppe. Ihm zur Seite stand Anton Pfeiffer, ab Mitte der achtziger Jahre übernahm Georg Strejcek dieses Amt, der dann bis 1990 alleiniger Übungsleiter war. Sein Ortswechsel erforderte, dass um Therapeutinnen und Therapeuten zum Erwerb der erforderlichen Lizenzen geworben wurde. Otto Staudenmeir, inzwischen selbst Patient, 1987 nach Alfred Schnell Abteilungsleiter, setzte sich intensiv und erfolgreich hierfür ein und erreichte, dass die Nachfolge nie gefährdet war. 1993 erwarb Hans Peter Weilekes, ebenfalls Therapeut der Klinik, die erforderliche Lizenz und betreut seither vortrefflich die Aulendorf Herzsportgruppe. Otto Staudenmeir übergab nach einer zehnjährigen erfolgreichen, höchst qualifizierten Dienstleistung die Abteilungsleitung an Waldemar Münst weiter. Beide wurden und werden in ihrem Amt von Frau Pia Kiefer, die seit 1980 die Kasse treusorglich hegt und pflegt begleitet.

Als 1996 die Zunahme der Teilnehmer an den Sportabenden für die Ärzte wie auch für den Übungsleiter die stets erforderliche Übersicht schmälerte, leiteten Dr. Kress und Frau Dr. Romer eine Gruppeneinteilung ein. Sie wurde von den Teilnehmern zunächst skeptisch aufgenommen, denn für die Herzsportabteilung entstand eine höhere finanzielle Belastung und im Bereich der zwischenmenschlichen Kontakte wurde ein Abriss befürchtet. Dem war erfreulicher Weise nicht so. Inzwischen bestätigte es sich, dass diese Teilung für alle -die finanzielle Mehrbelastung ausgenommen- Vorteile erbrachte. Es fand eine Aufteilung in zwei Gruppen statt. Die weniger belastbaren bilden die Übungsgruppe, die stärker belastbaren die Trainingsgruppe. Diese Aufteilung führte zu überzeugenden Resultaten und fand längst die volle Anerkennung aller Teilnehmer. Ein auseinandertriften wie befürchtet, trat nicht ein. Das bislang und bis heute vorherrschende gute gesellschaftliche Klima, das ebenso beachtenswerte und gut funktionierende soziale Gefüge wurde zu keiner Zeit tangiert. Nach wie vor trifft sich die Herzsportgruppe einmal im Monat zu einem gemeinsamen Sportabend mit anschließender Einkehr. Ein Jahresausflug und zum Jahresende eine Abschlußfeier festigen die gut gepflegte Gemeinsamkeit.

In etwa jährlichem Abstand erfolgt eine von Dr. Kress ausgearbeitete Umfrage, die die Teilnehmer ihren behandelnden Haus- bzw. Fachärzten vorlegen, die bei Rückgabe über das aktuelle Befinden des Patienten berichtet und dem die Sportgruppe betreuenden Arzt wertvolle Anhaltspunkte liefert. Dies dient dem Ziel, den Herzerkrankten neben der Verbesserung der aktuellen Belastbarkeit über Übung und Training, stets verbessernd Flexibilität, Koordination und Ausdauer zu vermitteln. Erfüllt außerdem eine weitergehende, in die psychische und soziale Sphäre hineinreichende Aufgabe, ist mit Voraussetzung für eine gute Gruppenarbeit. Dass hierbei Geselligkeit und Kommunikation weiterhin untereinander besteht, verwirklicht die Aulendorfer Herzsportgruppe voll und ganz. Hier ist ja die Möglichkeit gegeben, dass sich Menschen mit gleichartigen Krankheiten, Beschwerden und Ängsten treffen, sich miteinander austauschen. In diesem Rahmen fällt es leichter, die eigene Krankheit zu akzeptieren und mit ihr leben zu lernen. Es besteht die Sicherheit, dass im motorischen Bereich die Erhaltung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit im Vordergrund steht. Des weiteren soll der tägliche Bewegungsmangel oder einseitige Alltagsbewegungen kompensiert werden. Nicht zuletzt wird hierbei die aktive körperliche Freizeitgestaltung ebenso gefördert, wie auch insgesamt ein harmonisches Zusammenwirken  im gesamten Bewegungsbereich vermittelt wird. Dies erbringt eine verbesserte motorische Steuerung, ein gezieltes nutzbringendes Erlernen der Koordination von Atmung und Bewegung.

Für die Zielsetzung in der Bewegungstherapie in einer Herzsportgruppe ist es nicht ausreichend, Sport nach Lust und Laune zu betreiben. Gesundheitlich wirksam wird es erst dann, wenn er trainingsgemäß aufgebaut und mit einer bestimmten Lebensweise verknüpft wird. Die Gruppe erfährt und lernt beispielsweise, dass eine erhöhte Herzfrequenz eine sinnvolle Reaktion auf die vorausgegangene Belastung darstellt und somit wieder langsam an eine erhöhte Belastung herangeführt werden kann. Über den Aspekt der Körperwahrnehmung und Körperkenntnis können so individuelle, effiziente Belastungsbereiche und -grenzen kennengelernt werden. Dies wird über das bewußte Wahrnehmen von langsam und schnell, dehnen und kräftigen, erholsam und anstrengend sowie über die Tempo- und Bewegungsausführung innerhalb körperlichen Üben- und Trainieren zielgerecht gesteuert und festgelegt. Dass das langfristige bessere Befinden den Herzerkrankten nicht von selbst zufliegt, sondern dass sie eine Grundlage für diesen Zustand erarbeiten müssen, durch ein mitverantwortetes Lernen erst erreichen und stabilisieren können ist mit das Lernziel das die Ärzte und Übungsleiter der Schussentalklinik den Teilnehmern der Herzsportgruppe vermitteln.

Redaktion:  Waldemar Münst
Literatur: Jürgen Grabherr, Grundlagen der Herzsportgruppentherapie

Letzte Bearbeitung: 16.03.2014, 16:57

 

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